WiG Book Reviews Online Fall 1997


Editor: Magda Mueller
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Book reviews for this issue were edited by Susanne Kord and Friederike Eigler (Georgetown University).


Ingeborg Dusar. Choreographien der Differenz. Ingeborg Bachmanns Prosaband Simultan. Köln/Weimar/Wien: Böhlau Verlag, 1994.

Die von Dusar vorgelegte Untersuchung des Prosabandes Simultan ist ein wichtiges Werk innerhalb der Bachmann-Forschung, die Simultan bislang gerne vernachlässigt oder nur in Zusammenhang mit dem Roman Malina diskutiert hat. Choreographien der Differenz versucht eine Neubewertung der Texte als Vorwegnahme feministischer und dekonstruktivistischer †berlegungen (und deren inhärenter Spannung) vorzunehmen, die immer wieder in abschließende Interpretationen gezwungen wurden und damit paradoxerweise unlesbar gemacht wurden--zumindest in Bezug auf ihr eigentliches Anliegen.

Dusars Choreographien der Differenz zeigt schon im Aufbau das Bestreben, abschließende Interpretationen zu vermeiden. Das Verfahren Dusars erlaubt einen Blick auf eine Vielzahl von Bedeutungen, welche aber im nächsten Moment als Konstrukt eines spezifischen--hier: dominant-männlichen--Diskurses entlarvt werden: Was in diesem Verfahren entsteht, sind Schnittmengen, deren sichüberlagernde Flächen als Räume eines neuen Diskurses zu verstehen sind. In diesen Räumen wird andiskutiert und angedacht, aber auch wieder verworfen. Die Bewegung sowohl des Schreibens als auch des Lesens ist als oszillierend zu beschreiben.

Damit spiegelt die Arbeit Dusars in ihrem Aufbau Methodik und Zielrichtung der Analyse, die in drei umfangreiche Kapitel, die sich gegenseitig informieren und kommentieren, aufgespalten ist, das Werk Bachmanns von einer quasi "optischen" Seite angeht, in einem weiteren Schritt eine feministische "Interpretation" auf der Grundlage besonders von Irigaray und Lacan vornimmt, den psychoanalytischen Diskurs als Diskurs des Mangels verwirft, um am Ende die Erzählungen in ihrem Oszillieren um/in Bedeutungen zu untersuchen.

Die Optik des literarischen Textes--die Seh-Metapher--von Dusar, De Man zitierend, als "the fundamental epistemological metaphor of understanding as seeing" beschrieben (Choreographien, 92)--wird am Beispiel des Textes Ihr glücklichen Augen, der zunächst als trivial erscheint, untersucht, wobei romantischer und realistischer Sehtyp oszillieren, indem beide diverse Typen von Wahrheiten darstellen. Beide führen allerdings zum Untergang der Protagonistin, die in dem Wunsch und ihrer Sehnsucht nach einer neuen Sprache die Unmöglichkeit einer neuen Sprache mitdenken muß.

Von diesen †berlegungen untrennbar ist das nächste Kapitel, das sich unter dem Titel "Unbeschreiblich weiblich" zunächst in einem theoretischen Teil eingehend mit feministischer Theorie auseinandersetzt, um im weiteren zu zeigen, daß die Problematik, die den Figurenkonstellationen unterliegt, "mit der Erscheinungsform des Weiblichen in der symbolischen Ordnung zusammenhängt" (Choreographien, 71). Die Besprechung des Textes -Ein Schritt nach Gomorrha" vor diesem theoretischen Hintergrund scheint das Kernstück der Interpretation Dusars, zeigt er doch die Dominanz des Männlichen auch in seiner Abwesenheit und die Unfähigkeit der beiden Protagonistinnen, dieser Dominanz durch einen Neuentwurf von Liebe durch ihre Beziehung zueinander zu entkommen.

Die Schreibweisen des Oszillierens, die Bachmann so gut beherrscht, finden sich in all den verschiedenen Frauenbildern, die der Erzählband Simultan zu entwerfen vermag und wieder verwirft, indem er Varianten von Todesarten als jeweiligen Endpunkt aller Erzählungen setzt: Die Problematik des Schreibens wird hier mit der "Weiblichkeitsproblematik" in Verbindung und zum Schwingen gebracht. Die Ambivalenz des Schreibstils führt zu jenem Oszillieren des Textes, das Bedeutungen konstruiert und im Geschriebenwerden wieder durchstreicht.

Auch der Lesevorgang wird durch die Texte Bachmanns prädeterminiert: er muß letztlich unabgeschlossen bleiben, genauso wie Dusars Buch unabgeschlossen bleibt. Es ist jedoch diese Textbewegung, die die Erkenntnisproblematik im Werk Bachmanns aufdeckt, die ausgehalten werden muß und als kritischer Kommentar zum Feminismus und zur klassischen Psychoanalyse verstanden werden kann.

Martina E. Eidecker

Georgia State University

Katharina Oguntoye. Eine Afro-Deutsche Geschichte: Zur Lebenssituation von Afrikanern und Afro-Deutschen in Deutschland von 1884 bis 1950. Berlin: Hoho Verlag, 1997.

Mit diesem Beitrag zur Geschichte der afrikanischen und afro-deutschen Minoritäten in Deutschland bringt die Historikerin Katharina Oguntoye neue Impulse in die Forschung. Die Kenntnisseüber diese Bevölkerungsgruppe sind, mit Ausnahmen von solchen zentralen Texten wie Farbe bekennen (1986) und Entfernte Verbindungen (1993), bisher sehr gering. Absicht der Autorin ist es, einen Einblick in die allgemeine soziale und wirtschaftliche Situation von AfrikanerInnen und Afro-Deutschen im Zeitraum zwischen der Errichtung der deutschen Kolonien und dem Ende des zweiten Weltkrieges zu vermitteln. Sie schöpft ihr Material aus zwei Hauptquellen: Berichte von Zeitzeugen und 14 Akten aus dem Reichskolonialamt. Mit Hilfe dieser Akten konnte sie eine Personenliste von 128 Afrikanern und Afro-Deutschen zusammenstellen, die zwischen 1884 und 1950 in Deutschland gelebt haben. Die afrikanisch-deutsche Familie Diek etwa hat die Autorin als repräsentativ für die Erlebnisse der Untersuchungsgruppe ausgewählt. †ber fünf Generationen von der Ankunft des Kameruners Mandenga Diek 1891 in Hamburg bis zu den gegenwärtigen Nachkommen Doris Diek-Reiprich und Erika Diek-Dgambi in Berlin konnte sie die Geneaologie dieser Familien aufspüren. Anhand der Interviews und der Gespräche mit Familienmitgliedern und anhand von verschiedenen privaten Dokumenten entwickelt sie themenspezifische Fragestellungen.

Lobenswert ist die Art und Weise der Annäherungsweise: Oguntoye betrachtet und erforscht die einzelnen Individuen in der Untersuchungsgruppe als Individuen, anstatt sie nur als Statistik zu behandeln oder für bestimmte Argumentationen zu instrumentalisieren. Dies steht im Gegensatz zum Verfahren bei vielen wissenschaftlichen Arbeiten, die sich mit der Situation einer Minorität befassen, wobei die LeserInnen letztendlich häufig doch mehrüber die hegemoniale Mehrheit erfahren, während die eigentlich zur Untersuchung stehende Gruppe wieder in den Hintergrund rückt.

Ein möglicher Grund dafür, warum bisher so wenig zu diesem Thema geforscht worden ist, könnte daran liegen, daß die Zielgruppe in den meisten archivierten Materialien gar nicht unter dem Begriff "deutsch" wahrgenommen, sondern immer als das "Fremde" zur Unsichtbarkeit verurteilt wurde. Aufgrund dieser Tatsache wird eine fast detektivische Vorgehungsweise benötigt, um die Gegenwart der Afrikaner trotzdem zu erforschen. Oguntoye konnte feststellen, daß der ungeklärte rechtliche Status bzw. die ungeklärte nationale Zuordnung vieler Afrikaner in Deutschland deutlich ihre Lebenssituation (z.B. die Möglichkeiten, sowohl Arbeit zu finden und Ehen mit Deutschen einzugehen) beeinflußt und erschwert hat. Viele Afrikaner aus den deutschen Kolonien, vor allem aus Togo und aus Kamerun, kamen zwischen 1884 und 1918 nach Deutschland, um eine Ausbildung zu machen, die ihnen dann eine Anstellung bei der Kolonialverwaltung als †bersetzer, Zoll- und Verwaltungsangestellte, Kaufmännische Angestellte oder als Schiffspersonal ermöglichen sollte. Oft ergab sich dann beim längeren Aufenthalt in Deutschland der Wunsch, dort zu heiraten und berufstätig zu werden. Die Einbürgerung war jedoch nur in wenigen Ausnahmen möglich, denn die Afrikaner galten als "deutsche Schutzbefohlene," die nur die "Schutzgebietsangehörigkeit" besaßen, welche sich streng von der "Reichsstaatsangehörigkeit" unterschied.

Komplizierter wurde ihr Status nach dem Versailler Friedensvertrag. Wegen der Uneindeutigkeit seiner Formulierung wurden in Deutschland lebende Personen mit deutscher Schutzgebietsangehörigkeit zu Angehörigen der Mandatsstaaten und damit zu Ausländern in Deutschland. Vielen der Betroffenen stellten die Behörden Ausweispapiere aus, die sie entweder als ehemalige deutsche Schutzgebietsangehörige oder als staatenlos auswiesen. Der wiederholte Versuch, die hieraus folgende rechtsunsichere Lage zu umgehen, wird deutlich an der wachsenden Zahl von Einbürgerungsanträgen, von denen Oguntoye zufolge die meisten abgelehnt wurden. Damit wurde der Erwerb einer Stelle bzw. Verdienstmöglichkeit erschwert, so daß viele nur im künstlerischen Bereich, z.B. als Musiker oder beim Zirkus Beschäftigung fanden. Jedoch auch hier ergaben sich Schwierigkeiten bei Auslandstourneen, bei denen der Staatenlosenpaß als Reisepaß nicht anerkannt wurde. In der NS-Zeit verloren sogar schon eingebürgerte Afrikaner ihre deutsche Staatsangehörigkeit, und mit ihnen ihre EhepartnerInnen. Aus der Zeit des Nationalsozialismus liegen die ausführlichsten Statistiken und Erfassungen der schwarzen Bevölkerung vor, da das Regime ein starkes Interesse hatte, diese Gruppe zu identifizieren und zu kontrollieren. Auch wurden sie bei Theater- und Filmprojekten angestellt, die der deutschen Bevölkerung eine klischeehafte Vorstellung vom Leben in den deutschen Kolonien vermitteln sollte, als Werbung für deren geplante Ausweitung.

Die Autorin plant, in etwa zwei Jahren eine erweiterte Fassung des Textes herauszugeben, in der vor allem weitere Informationen zur Verfolgung der Menschen afrikanischer Herkunft in der NS-Zeit an die …ffentlichkeit gebracht werden. Bis dahin wird die jetzige Fassung schon dazu beigetragen haben, den Forschungsstand zur Geschichte dieser Bevölkerungsgruppe in Deutschland ein wesentliches Stück weiterzubringen.

Angelica Fenner

University of Minnesota

z. Zt. Humboldt Universität zu Berlin

Elisabeth Galvan. Mütter-Reich: Zur deutschen Erzählprosa der Dreißiger Jahre. Stuttgart: Hans-Dieter Heinz, Akademischer Verlag, 1994. Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik Bd. 229.

Elisabeth Galvans Studie zum Mutterbild in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus beruht auf einer bereits im Jahre 1986 fertiggestellten Dissertation, die für diese Publikation lediglich in den Anmerkungen und bibliographischen Angaben auf den neuesten Stand gebracht wurde. Dennoch ist diese Arbeit keineswegsüberholt. Die Studie besteht aus zwei großen Teilen, wobei der erstere sich mit den Mutterbildern und matriarchalen Mythen seit den zwanziger Jahren beschäftigt--also von fachübergreifendem Interesse ist--und die Basis bildet für die literarischen Analysen im zweiten Teil. Mein einziger Vorbehalt betrifft den Buchtitel, der den ersten und meines Erachtens wichtigeren Teil der Studie nicht repräsentiert.

Die Studie ist insgesamtübersichtlich aufgebaut, klar formuliert und diskutiert auf differenzierte Weise die Frage nach Kontinuität und Diskontinuität in der Herausbildung der nationalsozialistischen Mutterideologie und ihrer literarischen Repräsentationen. Dabei berücksichtigt Galvan insbesondere im ersten Teil ihrer Arbeit eine große Anzahl sehr unterschiedlicher Quellen: (populär)wissenschaftliche Arbeiten zum Thema "Mutter/ Mythos" aus den zwanziger und frühen dreißiger Jahren; politische Reden und praktische Maßnahmen zur Förderung der "deutschen Mutter und Familie" im 3. Reich; und aktuelle Studien aus unterschiedlichen Fachgebieten zur Stellung der Frau im Nationalsozialismus.

Der im engeren Sinne literaturwissenschaftlich ausgerichtete zweite Teil befaßt sich mit jeweils einem literarischen Text von Hans Carossa (Der Arzt Gion, 1931), Ina Seidel (Das Wunschkind, 1930) und Maria Grenggs (Die Kindlmutter, 1938), in dem eine Mutterfigur im Zentrum steht. Mit Carossa und Seidel hat Galvan bewußt Autoren gewählt, in deren Leben und Werk sich ein ambivalentes Verhältnis zum Nationalsozialismus ausdrückt; dagegen ist der Text von Grenggs ein Beispiel für nationalsozialistische Propaganda. Galvan gibt jeweils einen †berblick zu Leben und Werk der AutorInnen und macht damit den literarischen und ideologischen Stellenwert der dann im Detail diskutierten Texte deutlich. Die eigentlichen Analysen bleiben eng auf die Texte bezogen, aber berücksichtigen auch die zeitgenössische Rezeption dieser--damals durchweg sehr populären--literarischen Texte.

Die Studie schließt mit einem kritischen Ausblick auf die "Bachofen-Rennaissance" in der Frauenbewegung der 70er Jahre und in der feministischen Forschung. Im Gegensatz zu den beiden Hauptteilen der Studie ist dieses abschließende Kapitel aus heutiger Perspektive lediglich von historischem Interesse, da esüber den Stand der feministischen Diskussion in den frühen 80er Jahren nicht hinausgeht. Der Anhang besteht aus einer sinnvoll strukturierten Bibliographie und einem Namensregister.

Zwei besonders interessante Aspekte aus dem ersten Teil seien hier exemplarisch herausgegriffen und etwas genauer vorgestellt: zum einen die Entwicklung der Bachofen-Rezeption in der Zwischenkriegszeit und zum anderen das Verhältnis der NS-Frauenschaft zur bürgerlichen Frauenbewegung. Galvan deutet die Renaissance von Johann Jakob Bachofens Studie Das Mutterrecht (1861) in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg im Kontext der gesellschaftlichen Desorientierung einer "vaterlosen" Gesellschaft (und folgt damit in ihrer Argumentation der Anthropologin Ida Magli). Die fast ausschließlich von Männern propagierten Matriarchatsmythen seien Ausdruck der Sehnsucht nach einer "Rückkehr" zur Mutter, zugleich aber auch Ausdruck der Angst vor einerübermächtigen Mutter, eine Angst, die aber im Mythos gebannt werde. Galvan legtüberzeugend dar, wie sich die Diskussion in den dreißiger Jahren zunehmend vom Mutterrechtlichen (in der es durchaus auch emanzipatorische Ansätze gab) zum Biologisch-Funktionalen verschob. Dabei kam es in der Postulierung eines "germanischen Matriarchats" zunächst zu einer Nationalisierung Bachofens und schließlich zur Abwendung von Bachofen. Wie Erich Fromm bereits 1934 kritisch feststellte, war die Mutterfigur in der nationalsozialistischen Ideologie nicht mehr die große Beschützerin, sondern wurde zu einer Figur, die es zu beschützen galt: zu dieser nationalistischen Instrumentalisierung der Mutterfigur gehört einerseits die Identifikation der Mutter mit der zu verteidigenden deutschen Heimat/ Erde; andererseits die Stilisierung der Mutter zur Opferfigur, die ihre Gebärfähigkeit--analog zur Opferbereitschaft des Soldaten--in den Dienst der deutschen Nation stellt.

In den literarischen Analysen im zweiten Teil wird genau diese Entwicklung und ideologische Besetzung eines biologistischen Mutterbegriff nachgezeichnet: Mutterschaft gilt bei allen drei Autoren als einzig gültige Seinsbestimmung der Frau; bei Seidel kommt die nationalistische Dimension dazu (die Verteidigung der deutschen Mutter/Erde), bei Grenggs darüberhinaus die rassistisch-eugenistische ("Mütterlichkeit" gilt nur gesunden deutschen Kindern und wird anderen verweigert).

Die Herausarbeitung des Verhältnisses von NS-Frauenschaft und dem konservativen Flügel der Frauenbewegung gehört mit zu den interessantesten Aspekten von Galvans Studie. Sie zeigt, wie dieses sowohl durch gegenseitige Abgrenzungsversuche bestimmt war als auch durch Vermittlungsversuche, etwa von seiten der Frauenrechtlerin Gertrud Bäumer oder der Nationalsozialistin Gertrud Baumgart. Deutlich wird dabei, wie leicht sich die Vorstellung von der Mutterschaft als naturgewollte Bestimmung jeder Frau--eine Vorstellung, die NS-Frauenschaft und bürgerliche Frauenbewegung teilten--instrumentalisierbar war für eine letztlich nicht nur rassistische und nationalistische, sondern auch frauenfeindliche Ideologie.

Insgesamt liegt mit Mutter-Reich eine Studie vor, die bisher wenig diskutierte Aspekte zu den Themen "Nationalsozialismus-Literatur-Rolle der Frau" beleuchtet, und dabei zu Ergebnissen kommt, die für die Forschungsbereiche "German Studies" und "Women's Studies" von gleich großer Bedeutung sind.

Friederike Eigler

Georgetown University

Gerty Spies. My Years in Theresienstadt: How One Woman Survived the Holocaust. Translated by Jutta A. Tragnitz. Amherst, NY: Prometheus Books, 1997.

The voices of the survivors have not yet died away—but are speaking perhaps more loudly than ever, as an increasing number of testimonies are published. Psychoanalysts such as Henry Krystal have pointed out that at this time when many survivors retire from their working life, unresolved conflicts are likely to rise again. The time of retirement constitutes for most people a time to re-examine their lives. As survivors age, many find the strength and courage to meet the challenge of bearing witness.

Gerty Spies' My Years in Theresienstadt: How One Woman Survived the Holocaust, a combination of prose, diary, and poetry, was published in Germany in 1984 and is now for the first time available in English translation. Theresienstadt, often characterized as a "mild" camp and therefore in the shadow of camps even more infamous for brutality, housed a total of 139,654 "privileged" Jews, such as those with foreign nationality, marriage to a non-Jew, or military service in World War I. Although it is true that Theresienstadt was not a death camp, only 17,320 survived. The Nazis used Theresienstadt as a Durchgangslager, and most inmates were eventually transferred to Auschwitz. In addition, conditions in Theresienstadt were far from generous: Prisoners had to endure hunger, cold, heavy labor, epidemics, and, above all, the constant threat of deportation. Spies convincingly illustrates the contrast between reality and facade in Theresienstadt when describing the "beautification project": In the spring of 1944, Theresienstadt's houses were painted, pavilions built, and the camp was decorated with flowerbeds and art—not for the inmates' sake, but entirely for propaganda purposes—in June 1944, the International Red Cross passed through the camp. Spies adds bitterly: "Theresienstadt became an exhibit, and we ourselves were to be the objects exhibited. … Now we could walk through the streets with hungry stomachs and stop at "butcher shops" with display windows crammed full with meat and sausage…."

Gerty Spies, born in 1897, begins her book with sketches from an idyllic childhood in Trier. But she also recounts early anti-Semitism in school at the turn of the century. Unfortunately, Spies leaves out the years between 1918-42, therefore skipping her marriage with the Gentile Alfred Spies 1920-27, the birth of her two children, Hitler's rise to power, and her life in Nazi Germany before her deportation to Theresienstadt.

As a former spouse of a Gentile and mother of two half-Jewish children, Spies was exempt from immediate persecution and was not directly sent to a death camp. Once she arrived at Theresienstadt in July 1942, however, Spies was not spared and had to fight hard to stay alive. She attributes her spiritual survival to art: Spies started to compose poems during her life in the camp. While many testimonies refer to literature as a survival tool, Spies romantically elevates poetry to such a degree that it becomes unsettling: "Hunger, homesickness, weakness kept me strained and paralyzed. But a day was a long time, and during this long time there always was some moment in which to let my thoughts fly, like birds hungry for air, and to lead the pencil unobserved across the unruly paper, where words obeyed almost effortlessly, so that my innermost self sang with jubilation, with joy and astonishment." Can happiness arise out of Theresienstadt? Is it possible, as Spies claims, to free one's soul, to transcend suffering, and to find redemption amidst the misery of the camps? Can oppression ever better people? These questions are at the center of many current discussions on the nature of surviving the Holocaust.

Spies' book becomes interesting because it enables scholars to compare writing during and after the Holocaust. In addition to the retrospective memoir, the book contains fragments of Spies' diary, and vignettes with titles like "Hunger" or "Selection." These entries, much less stylized and florid, chronicle the daily struggles of camp life.

Caroline Schaumann

University of California, Davis

Susanne Kord. Sich einen Namen machen. Anonymität und weibliche Autorschaft 1700-1900. Ergebnisse der Frauenforschung Bd. 41. Stuttgart: J.B. Metzler, 1996.

Warum sind sie uns so wenig bekannt, die Autorinnen aus früheren Jahrhunderten? Dab ein Zusammenhang bestehen muß zwischen ihrer fehlenden Bekanntheit und der unbestrittenen Behauptung, dab "das Genie" nun einmal männlich ist, wird unter feministischen Literaturwissenschaftlerinnen kaum Erstaunen hervorrufen. Es ist auch nicht verwunderlich, dab Schriftstellerinnen daher bewubt ein Pseudonym wählten, um ihr Geschlecht zu verschleiern. Erstaunlich ist jedoch das Ausmab ‘pseudonymen Verhaltens' bei schreibenden Frauen. Diesem Phänomen und seinen Konsequenzen ist Susanne Kord in ihrem Buch nachgegangen. Ihr Ziel ist es, die Gründe für die "verspätete und mangelhafte Tradierung von Frauenliteratur"(12) offenzulegen. Kord ermittelte 1454 Pseudonyme für 3940 Autorinnen im 18. und 19. Jahrhundert. Doch Pseudonym ist nicht gleich Pseudonym. Den mit der Unterscheidung von Kryptonymen, Hagionymen und Cognonymen wenig bewanderten LeserInnen erleichtern die im Anhang enthaltenen †bersetzungen das Verständnis der verschiedenen Formen von Namensverschleierung, die Frauen über die Jahrhunderte perfektionierten. Kords Untersuchung gliedert sich in acht Teile. Auf die einleitenden theoretischen und methodologischen Ausführungen folgt zunächst ein †berblick über die historischen Ideologien, die die Möglichkeiten für Frauen, sich schriftlich zu artikulieren, so erfolgreich einschränkten. Anschliebend untersucht Kord den aus "ästhetischem Wunschdenken des 18. Jahrhunderts" (67) entstandenen Zusammenhang zwischen Genre und Geschlecht.

Die überdurchschnittlich hohe Anonymität bürgerlicher Frauen und ihr Ausschlub aus der Kulturproduktion bei gleichzeitiger Stilisierung ihrer Weiblichkeit werden im vierten Teil analysiert. Es folgt ein Blick auf das "Identitätsdilemma"(98) von Autorinnen, die die aus widersprüchlichen Ansprüchen an sie als Frau und Autorin resultierende Spannung auszuleben bzw. zu überwinden suchten. Ein kurzes Kapitel befabt sich mit den weiblichen Pseudonymen männlicher Schreiber. Anschliebend skizziert Kord eine Fülle von problematischen Integrations- und Ausschlubstrategien in gängigen Literaturgeschichten. Die Untersuchung schliebt mit kritischen Denkanstöben zu den "erfolgreichsten" Hemmnissen weiblicher Autorschaft: Ehe und Mutterschaft und selbstgewählte Nichtveröffentlichung. Im Anhang befindet sich sowohl eine ausführliche Aufstellung der erwähnten Schriftstellerinnen und Pseudonyme als auch ein umfassendes Literaturverzeichnis mit Quellenangaben und Sekundärliteratur.

Kords Buch ist mit Ausnahme von Barbara Hahns einführender Studie Unter falschem Namen (1991) die bisher einzige ausführliche Arbeit über das Thema Pseudonymität bei Frauen. Christina Thürmer-Rohrs "Mittäterschaftsthese"(24) weiterentwickelnd arbeitet Kord die Ambivalenz der Komplizenschaft von Frauen bei der Unterdrückung weiblicher Literatur heraus, indem sie die Autorinnen in ihrer Definition von pseudonymem Verhalten von der Verantwortung für ihre Mittäterschaft weitgehend freispricht: "Pseudonymes Verhalten" sei zu verstehen als Oberbegriff für Formen von Anpassung und Widerstand, die teils bewubt, oft jedoch unbewubt praktiziert werden.

Die Autorinnen waren sich bewubt, konstatiert Kord, dab ein Frauenname kein Autorname sein konnte. Die prinzipiellen Vorbehalte gegenüber weiblicher Schriftstellerei sorgten ihrer Meinung nach auch dafür, dab selbst Frauen mit männlichen Pseudonymen nur in Ausnahmefällen Berühmtheit erlangten. Um die Texte neu zu bewerten, fordert Kord von uns jedoch mehr als nur Verständnis für die Ungerechtigkeit sexistischer Vorurteile: "Mittelmäbig ist nicht die Literatur von Frauen, sondern unser Literaturverständnis, unsere Kenntnisse, unsere Fähigkeit, sie zu lesen."(21) Unser Literaturgenub und unsere Erwartungshaltung, am männlichen Kanon erlernt, seien dringend wandlungsbedürftig.

Susanne Kords Arbeit liefert nicht nur zahlreiche Ansätze für diesen Wandel: In ihrer Auswertung jüngster feministischer Theorien zur "performativity of gender" führt die Autorin auberdem vor, wie die gezielte Anwendung feministischer Arbeiten des 20. Jahrhunderts die Neubewertung schriftstellerischer Arbeiten von Frauen aus dem 18. und 19. Jahrhundert vorantreiben kann. Kritisch anzumerken sind allein die insbesondere im Zusammenhang der allgemeinen Kanondiskussion auftretenden argumentativen Wiederholungen. Die Schärfe, mit der die Autorin die Frauenfeindlichkeit in Publikations- und Editionspraxis vorführt, bleibt davon unbeeinträchtigt.

Die Studie baut systematisch auf Kords Arbeit Ein Blick hinter die Kulissen. Deutschsprachige Dramatikerinnen im 18. und 19. Jahrhundert auf. Letztere ist seit ihrem Erscheinen 1992 das Nachschlagewerk schlechthin für alle, die sich mit Dramatikerinnen befassen. In Sich einen Namen machen strebt Kord an, Aussagen über Autorinnen aller Genres zu machen. Dennoch mub einschränkend gesagt werden, dab sie ihr Hauptaugenmerk wiederum auf das Drama richtet, das im Diskurs der Zeit "vollendetste" und damit für eine Kanondiskussion aufschlußreichste Genre.

Kords umfassende Textkenntnis verleiht ihrer Kritik an der systematischen Nicht- bzw. Fehlrezeption weiblichen Schrifttums entschiedenes Gewicht. Ihr Ziel: Uneingeschränkte Aufarbeitung der Literatur von Frauen--unabhängig vom Männerkanon. Ihre Utopie: Ein weiblicher Literaturkanon nach völlig neuen Mabstäben. Ihr Rezept: Texte von Frauen mit neuen Augen lesen lernen.

Sabine von Mering

University of California, Davis

Sophie von La Roche: Mein Schreibetisch. 2 Bde. (Nachdruck der Ausg. von 1799). Hg. Barbara Becker-Cantarino. Karben: Petra Wald, 1996.

Sophie von La Roche: Briefe über Mannheim (Nachdruck der Ausg. von 1791). Hg. Barbara Becker-Cantarino. Karben: Petra Wald, 1997.

Die Serie von Neudrucken, in der nach La Roches Tagebuch einer Reise durch Holland (Neudruck 1996) nun auch diese beiden Werke erschienen sind, trägt den bezeichnenden Titel "Jenseits der "Sternheim": Die unbekannteren Werke der Sophie von La Roche" und spielt damit schon im Titel auf die einseitige Rezeption der La Roche als "Sternheim"-Autorin an. Für die längst überfällige Revision dieser Auffassung soll die Neuauflage der heute unbekannteren Werke der Sophie von La Roche die Materialbasis stellen. Und zu einer solchen Revision bieten die hier neu aufgelegten Werke sich durchaus an: beide Bücher vermischen autobiographische Angaben mit persönlichen Reflexionen, Bemerkungen über das kulturelle und gesellschaftliche Leben im zeitgenössischen Mannheim, Reisebeschreibungen und Erinnerungen an England, literarischen Erörterungen, Textinterpretationen und Angaben über die eigene Entwicklung als Schriftstellerin. Beide Werke sind Fundgruben für sonst schwer zugängliche Informationen über das Leben der Autorin, fordern aber auch einen Perspektivenwechsel: den LeserInnen des unter Wielands Herausgeberschaft veröffentlichten Erstlingsromans Sternheim präsentiert sich hier die bereits etablierte Schriftstellerin, die längst der literarischen Vormundschaft Wielands entwachsen ist, nun selbst junge SchriftstellerInnen fördert und zeitgenössische französische, englische und deutsche Literatur "fachmännisch" kommentiert. Beide Werke enthalten einen fiktiven Rahmen: Mein Schreibetisch ist die Korrespondenz der Schreiberin mit einem Freund, der Interesse an dem Arbeitsplatz der bereits berühmten Autorin bekundet hat; die Mannheim-Briefe sind eine Fortsetzung ihrer Briefe an ihre fiktive Tochter "Lina", die sie bereits in der Pomona begonnen hatte. Damit bedient sich La Roche einer in Werken von Spätaufklärern beliebten Form: Reisebeschreibungen oder literarische Analysen werden in fiktiven Gesprächssituationen verständlich gemacht, wobei sich die vertrauliche Anrede über die genannten BriefpartnerInnen hinaus auf die gesamte Leserschaft erstrecken soll. Ungewöhnlich dagegen ist die Introvertiertheit, mit der die Autorin besonders in Mein Schreibetisch ihre Schriftstücke durchgeht; interessant auch die Einblicke in ihre Bibliothek, die alles andere als nur eine "Damenbibliothek" war.

Zu beiden Ausgaben verfaßte Barbara Becker-Cantarino ein Vorwort, das aus einem (z. T. in beiden Ausgaben identischen) biographischen Abriß und der konzisen und kompetenten Einbettung des Werks in die Biographie der Autorin besteht. Die Lokalisierung des Werks in den biographischen Zusammenhängen ist gerade bei weitgehend unbekannten Schriften besonders wichtig. Gleichzeitig demonstriert diese Vorgehensweise einmal mehr die Distanz zwischen der Rezeption dieser Werke und der des Sternheim-Romans--eine Distanz, die ihrerseits die relative Unerforschtheit selbst dieser berühmtesten Romanautorin des 18. Jahrhunderts bis heute verdeutlicht. In beiden Vorworten fehlt eine Bibliographie, die gerade angesichts dieser Forschungssituation am Platz gewesen wäre.

Die Lesequalität (Schärfe des Schriftbildes) variiert, was wahrscheinlich mehr von der Qualität des Originals abhängt als von dem Reproduktionsverfahren. Die Briefe über Mannheim enthalten ein überwiegend klares Schriftbild, das allerdings gegen Ende schwer lesbar wird (die letzten 5 Seiten sind zum Teil unleserlich). Mein Schreibetisch dagegen ist von der eindrucksvollen--und höchst interpretierbaren--Vignette (Sophie von La Roche an ihrem Schreibetisch) bis zum Schlußsatz eine wunderschöne Ausgabe, die nicht nur den Text reproduziert, sondern auch eine Ahnung von dem Status zeitgenössischer Bücher als Luxusartikel vermittelt. Das sind sie leider auch preislich geblieben: mit Preisen zwischen 220 und 250 DM (für Mein Schreibetisch, kartoniert bzw. gebunden) und zwischen 110 und 150 DM (für die Briefe über Mannheim) werden La Roches unbekannte Werke auch in dieser Ausgabe eher Bibliotheken als StudentInnen oder PrivatleserInnen zugänglich gemacht. Dennoch repräsentieren diese Neuausgaben einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Rezeption Sophie von La Roches als Autorin eines Gesamtwerks, das durch die †berbetonung ihres Erstlingswerks verschüttet wurde und wird. Es bleibt zu hoffen, daß den bisher erschienenen Neuauflagen weitere folgen werden.

Susanne Kord

Georgetown University

Margrit Lenssen and Elke Stolzenburg, Eds. Schau-Lust: Erotik und Pornographie in den Medien. Opladen: Leske + Budrich, 1997.

This collection of seven essays plus an afterword documents the growing influence of Gender Studies in German academia. Schau-Lust analyzes a wide range of media representations of gender differences as they relate to and are constructed through erotic/pornographic content. Two articles deal with print media, four with television, and one with the internet.

Gitta Mühlen Achs argues that body language in the "Foto-Love-Stories" produced by the youth weekly BRAVO, the undisputed leader for this market segment, serves to reinforce traditional behavioral norms (assertive males, submissive females etc.), thus undercutting BRAVO's professed openness in sexual matters. Sabine Polotzek's and Jo Reicherts' demographic analysis of recent personal ads in the Ruhrgebiet Stadtmagazin Prinz finds a marked increase in explicit requests for sexual adventures rather than relationships.

Among the articles discussing erotic/pornographic content on television, Lothar Mikos delineates the culturally coded eroticization of athletic bodies and televisual strategies of staging vicarious orgasms for the viewer. Petra Grell and Horst Scarbath ask whether representations of sexuality on TV can be anything but reductive. Renate Luca, based on a segment of Beverly Hills 90210, addresses the "myth of female masochism" (65). And Petra Raschke, in an engaging study of TV action series, not only demonstrates the prevalence of women as "decorative victims" (85) but also reports on observable effects of such viewing on children.

Finally, Matthias Dietz-Lenssen offers a critical assessment of the availability of child pornography on the internet. Basing his argument on both quantitative and content analysis, Dietz-Lenssen attempts to counter the propensity of (not only) German media toward sensationalist, insufficiently researched coverage when broaching this topic.

Since the book's articles are situated primarily within an empirical sociological and/or pedagogical framework, they do not significantly advance our theoretical understanding of how pornography operates or what differentiates it from erotica. Schau-Lust does make a valuable contribution, however, towards our understanding of what kinds of sexual representations, both overt and covert, currently circulate through the German media. As such, it offers welcome information and analysis of the discursive backdrop against which feminist and literary discussions of pornography and the erotic take place in Germany.

Ulrich Struve

Princeton University

Susan E. Gustafson. Absent Mothers and Orphaned Fathers: Narcissism and Abjection in Lessing's Aesthetics and Dramatic Production. Detroit, MI: Wayne State University Press, 1995.

Gustafson's book examines the gendered foundations of Lessing's aesthetic and dramatic oeuvre. Although recent feminist criticism on German 18. and 19. Century literature has concerned itself with the absence or elimination of women as sexual, physical beings in the literature of that period (e.g. Gail Hart's study, Tragedy in Paradise: Family and Gender Politics in German Bourgeois Tragedy , Camden House, 1996) , Gustafson's book fills a gap in the exploration of the psychological roots of the problem from a Lacanian/Kristevan perspective. She provides a detailed, clearly formulated, psychoanalytically sound analysis of the psychodynamics of women's elimination/absence as it manifests itself in Lessings's seminal aesthetic and dramatic theory. She then shows how that theory plays itself out in his theatrical practice. Unlike the many studies inspired by Wellbery's Lessing's Laocoon: Semiotics and Aesthetics in the Age of Reason (1984), Gustafson's examination concentrates on the semiotic processes common to the arts and on Lessing's conception of subject formation.

As the starting point of her first chapter, Gustafson provides a very useful, insightful, and lucid presentation of Kristeva's modification of Lacan's psychology and of Kristeva's discussion of narcissism and its relationship to incorporation and abjection. By so doing, she clearly defines the analytical tools she uses in the subsequent account of Lessing's theories and dramatic practice. Kristeva's psychology of abjection (unlike the notion of repression of other object relations theories) and its function in subject and culture formation is particularly helpful to the problems at hand. The notion of abjection (rather than rejection/repression/suppression, denial etc.) well renders the associations of the process with the human body, with its physical manifestations such as blood, smells, feces, and other human waste which inspire archaic eroticism as well as developmentally later revulsion, dread, and disgust. Gustafson next draws a parallel between the Kristevan theories of subject formation and Lessing's theories of subject formation through the vehicle of art and tragedy, particularly through he performance of tragedy. This discussion foregrounds Lessing's concern with the signification of the body, more particularly with the idealization of the unified paternal body , and the abjection of the female, particularly the maternal body. The female body and its sexuality is seen as disturbing and threatening to paternal narcissism, hence to the familial, and social order. In sum, Lessing's dramatic productions concern the tragedy of the father as he upholds the patriarchal order and not that of the daughter as most critics have maintained. The fathers are the true subjects of the plays for whom the audience feels sympathy. The audience's identification with the fathers brings about a subject formation oriented to patriarchal values and serves the transmission of a patriarchal culture. Gustafson's presentation of the psychology of spectatorship convincingly connects narcissistic subject formation to theories concerning the engagement of sympathy (Mitleid). While the Laocoon essay is central to the first chapter, the discussion is based on the entirety of Lessing's aesthetic and dramatic theory in essays and letters as well as the dramaturgic writings.

Using Miss Sara Sampson as her first example in the second chapter, Gusstafson shows how the daughter serves the father's narcissism by existing as an extension of him . As soon as her function for her father as adoring mirror is threatened by her turn to another man, she as well as whatever is female identified within the father must be abjected for the sake of the unity of his self and the affirmation of patriarchal order. With her dying words, Sara exists for her father only as part of the patriarchal discourse on virtue.

The third chapter on Emilia Galotti , beginning with an analysis of the psychological significance of Conti's paintings, examines the abjection of the fragments of the mother's body and their metonymic and metaphoric displacements in the play. By such displacements the characters externalize parts of their internalized mothers and project them unto other characters. Thus Odoardo projects what is maternal in himself unto Emilia and derives from his projection the motivation to sacrifice her in the name of patriarchal order. What makes this psychoanalytically informed study of the two plays (in fact, of all the plays discussed) outstanding and truly valuable is Gustafson's capacity to demonstrate by means of detailed textual analysis what dramatic and psychological function is served by any character or any given psychic process. This capacity to think and work through a text in terms of intrapersonal / interpersonal function or purpose distinguishes this study from most other psychoanalytically based work by literary scholars. Though her discussions may be slow going for the reader not used to psychoanalytic working through, careful perusal is well worth the effort.

Nathan der Weise begins after the maternal has been abjected with the death of the daughters in the preceding two plays. Gustafson's analysis in this final chapter treats of the psychological and educational processes by which the patriarchal order becomes differentiated, is affirmed and transmitted. The reader who has been anticipating a discussion of the political consequences of patriarchal culture formation finds ample reward in these pages. However, with its analysis of layers upon layers of identifications and separations (anthropological, social, religious, political) which constitute an ever progressing culture formation , the chapter attempts all too much. At times it bogs down in abstraction and contradiction. Nevertheless, Gustafson's study contributes significantly to a feminist understanding of the psychology of Lesssing's patriarchic vision as well as to an appreciation of Lessing's psychological acumen in creating dramatic character and situation. What I personally kept wondering about in the Nathan discussion : Was Lessing unaware what price had to be paid for the abjection of the maternal? What happened to the grief about the loss of the maternal and the actual mothers? Could one see the process and transmission of culture formation in Lessing ‘s plays as a continuous process of denying, repressing, projecting, symptomizing grief? Artistic creation as culture's grief work?

Ursula Mahlendorf

University of California, Santa Barbara